Nach 90 Minuten immer noch fidel
Am Freitag, dem 5. Juni, pünktlich um 9.00 Uhr, machten sich Kronprinzenschüler, Lehrer und einige Eltern zu einem Spaziergang in den Florapark auf. Dort angekommen stellten die Erwachsenen einen Tisch auf und platzieren darauf gefüllte Wasserbecher, während die Kinder ihre Jacken und Taschen auf die Wiese pfefferten und sich in ihrem Sportdress aufwärmten.
Um 9.20 Uhr fiel das Startsignal und los ging's!
Alle liefen so gut sie konnten, denn es ging um Spenden für das Kinderhospiz Regenbogenland und für neues Montessori-Material der Kronprinzenschule. Die Sponsoren - Freunde, Eltern, Onkel, Tanten, Omas und Opas - hatten vorher schriftlich zugesagt, pro 10 gelaufene Minuten einen bestimmten Betrag zu spenden. Dabei dachten sicher einige, als sie ihren Einsatz eintrugen, dass 10 Minuten ja sehr lang werden können, wenn man joggt.
Falsch gedacht! Während einige Kinder beim Training in der ESPRIT-Arena schon nach 10 Minuten aufgaben, liefen heute alle zur Höchstform auf, angesichts der Zuschauer, die sie lauthals anfeuerten.
Andor, der Kleinste von allen, war länger als eine Stunde auf der Strecke. Viele versicherten immer wieder "Wir geben nicht auf!" Und nach einer Stunde zwanzig Minuten mussten Eltern sich anhören: "Das wird teu-er! Das wird teu-er!"
Rund ein Drittel der Kinder waren nach 90 Minuten noch auf der Piste. Zugegeben: Zwischendurch wurde auch streckenweise gewalkt. Intervalltraining nennt man das. Ist sehr effektiv. Vor allem beim Spendensammeln! Doch nach 90 Minuten war die Zeit um. Eltern und Lehrer applaudierten den Läuferinnen und Läufern und gratulierten ihnen zu dem guten Ergebnis.
Jetzt ist allerdings Diplomatie gefragt, um den nicht anwesenden Sponsoren schonend beizubringen, worauf sie sich da eingelassen haben. Es werden sicher Beweise verlangt werden. Dumm gelaufen für sie, gut für die Schule und das Hospiz!